I am not a super hero - I am just a boy
Zitat:
I am not a super hero - I am just a boy
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Es ist Abend. Rechner an. Terminal auf. screen -r. /win 4. /query Muhammad
Hello my friend
So beginnen sie die Abende. Muhammad.
How are you?
Er erzählt. Vom Leben während der Revolution. Wie es ist, ein normales Leben zu führen, nebenher. Er erzählt mir von seinen Prüfungen. Von seiner Familie. Ich höre zu.
Do you still dream your dreams?
Ja, tut er. Jeden Tag. Er träumt davon, in einem Land zu leben, wo er sagen und denken darf, was er möchte. Wo er politische Meinungen haben darf, die nicht die der herrschenden Klasse sind.
How were your last days?
Er war auf der Strasse, in Versammlungen, in der Uni. Bei seiner Familie und in konspirativen Kellern. Und er hat geträumt. Geträumt von einem freien Syrien.
How are your comrades? Is everything OK?
Nein, ist es nicht. Einige Mitstreiter sind verschwunden - haben aufgegeben, sind geflohen oder schlimmer, wurden von Assads Truppen erwischt. Wir kennen beide die Bilder aus den Zellen des Geheimdienstes.
Take care my friend!
Wird er. Er passt auf sich auf. Er weiß, was er tut. Er ist fest entschlossen, zur Not mit Blut zu bezahlen.
Ich weine los. Sitze vor meinem Rechner und die Tränen rollen mir die Wangen herunter. Ich twittere ein paar der Zeilen. Muss es heraus schrein. Muss mich selbst davon befreien, um ihm zuhören zu können. Abend für Abend. Meine Follower finden es großartig, was ich tue. Ich nicht. Ich höre doch nur zu. Mehr nicht.
It is really awesome what you do!
Findet er nicht.
You are a hero!
Nein, ist er nicht. "I am not a super hero - I am just a boy" Nur ein Junge. Ein Junge, der träumt.
Tell me, what is going on?
Er erzählt mir von der Uni, von den Problemen seiner Schwester mit ihrem Verlobten. Zwischendurch schwenkt er wieder auf die Verletzten, die Toten, die Angst vor Assad. Ich bin hin und her gerissen. Was passiert da eigentlich? Warum erzählt er mir das? Warum? Dann verstehe ich es. Es gibt ihm Normalität. Es gibt ihm in einem wirren Alltag, der voll mir Angst ist, die Normalität, die es braucht, um nicht verrückt zu werden.
Jetzt fragt er
How much do you get about the revolution?
Ich zitiere die Nachrichten, die wir hier so konsumieren.
Do you think we will succeed?
Ich habe keine Ahnung. Was sage ich jetzt? Ich weiß es nicht. Ich hoffe. Jeden Tag.
I need to go
Mach es gut mein Freund, pass auf dich auf
We will meet one day. I need to see your country. When I am free!
Ich verabschiede mich. "Take care"
Will do so!
Und wieder warte ich. Auf das nächste mal, wenn das Fenster auf geht und er sagt "Hello my friend" und er wird wieder sagen, dass er kein Held ist sondern nur ein Junge.
(c) by Tarzun
http://pastebin.com/X4K9ZpZY


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