Ich spür dich ganz nah hier bei mir, kann deine Stimme im Wind hören...
Hallo Horst,
es ist nicht üblich, es ist absolut unüblich, wenn ich ehrlich bin. Dieser Blog hier ist meine persönliche Note Schwachsinn pro Tag, aber dieser Eintrag hier, den widme ich meinem Opa. Heute, ca. um die Uhrzeit, vor genau einem Jahr ist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben gestorben. Für jemanden der nie an Himmel oder Hölle geglaubt hat ist es schwer nachzuvollziehen wieso er glaubt das sein Opa immernoch über ihn wacht. Jedesmal, wenn ich sein Grab besuche rede ich mit ihm und ich habe das Gefühl das er antwortet. Ich weiß das er sich über meinen Studienplatz und über meinen Abschluss freuen würde, das ich rauche würde ihm sicherlich immernoch nicht gefallen - aber damals war es ihm schon egal. Die wenigsten von euch wissen das ich nebenbei Texte schreibe, damals, nach dem Tode von meinem Opa habe ich ihm einen Text geschrieben, er ist sehr lang - wirklich - aber er wurde mit ihm verbrannt und so kann er ihn immer lesen. Wer diesen Text, oder generell mal etwas persönliches von mir lesen will, hier kommt es.
Heute werde ich dein Grabe besuchen Opa, es ist ein schicker Baum, so wie du ihn wolltest. Die Nummer 22, ich wollte nicht das du die 23 kriegst. Die 22 ist die letzte Zahl vor der 23 die für die Zerstörung und den Neuanfang (sowie das Böse), also ist die 22 die letzte Zahl und steht für das Ende. Ein Ende von deinen Schmerzen hast du gefunden, wir sind hier und vermissen dich, ich würde sogerne wieder mit dir reden. Ich weiß du würdest diese ganze Aufmerksamkeit nicht wollen, du würdest wollen das wir glücklich sind und am besten nicht eine Träne um dich weinen, zu spät, aber ich weiß du würdest es verstehen.
hab dich lieb,
Violence.
es ist nicht üblich, es ist absolut unüblich, wenn ich ehrlich bin. Dieser Blog hier ist meine persönliche Note Schwachsinn pro Tag, aber dieser Eintrag hier, den widme ich meinem Opa. Heute, ca. um die Uhrzeit, vor genau einem Jahr ist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben gestorben. Für jemanden der nie an Himmel oder Hölle geglaubt hat ist es schwer nachzuvollziehen wieso er glaubt das sein Opa immernoch über ihn wacht. Jedesmal, wenn ich sein Grab besuche rede ich mit ihm und ich habe das Gefühl das er antwortet. Ich weiß das er sich über meinen Studienplatz und über meinen Abschluss freuen würde, das ich rauche würde ihm sicherlich immernoch nicht gefallen - aber damals war es ihm schon egal. Die wenigsten von euch wissen das ich nebenbei Texte schreibe, damals, nach dem Tode von meinem Opa habe ich ihm einen Text geschrieben, er ist sehr lang - wirklich - aber er wurde mit ihm verbrannt und so kann er ihn immer lesen. Wer diesen Text, oder generell mal etwas persönliches von mir lesen will, hier kommt es.
- Da wo du jetzt bist
28.03.2008 18:48 Uhr
Ein Text über ein Vorbild, meinen Opa.
Du warst immer da wenn ich dich gebraucht habe. Als ich klein war sägten wir zusammen Holz, weil du wusstest das es mir Spaß machte. Wir aßen Wildschweinhaxe im Spessart auf dem Hahnenkamm, weil du wusstest das Asterix & Obelix eine tolle Zeichentrickserie war. Wir spielten zusammen Karten und ich gewann immer, du wusstest das ich es mag zu gewinnen. Wir gingen in den Wald Pilze sammeln, es war das erste Taschenmesser das ich jemals in meinen Händen hielt, seitdem sind Waffen eine Passion.
All das ist lang her, auch der Tag an dem ich Erfuhr das du Krebs hast ist länger her. Ich konnte es nicht fassen. Und zu dieser Zeit wurden meine Besuche bei dir weniger, weil ich es nicht verkraften Konnte das du krank bist. Bis ich begriff, dass es konstruktiver wäre die Zeit mit dir zu nutzen.
Ich half dir im Garten und bei allem anderen das du immer weniger konntest. Dein Gesundheitszustand wurde immer schlimmer, aber du konntest trotzdem noch lachen. Ich habe immer deinen Humor bewundert, nur eine Sache die konnte ich nie verstehen: Warum diese Frau ?
Meine Oma war ein dominanter Mensch der dich fest in Ihren klauen hielt. Du liebtest sie, hast sie auf Händen getragen. So wie du immer sehr bescheiden warst im bezug auf dich, und großzügig zu allen die dich umgaben. Ich hatte sehr viele Stunden mit dir. Ich weiß noch als der Drecksköter, der liebling meiner Oma, mich gebissen hat. Du hast mich getröstet als ich geweint habe, meine Oma war wohl besorgter um den Hund, Peter. Ich werde diesen Namen nie vergessen, genauso wenig wie den Tag an dem dieses Vieh endlich gestorben ist.
Ich kann mich an verschiedene Situationen erinnern an denen wir viel Spaß haben, doch sobald meine Oma im Raum stand wurdest du anders. Ich respektierte das, immerhin liebtest du sie, und zu dem damaligen Zeitpunkt ich auch.
Doch als es dir immer schlechter ging konnte ich meine Oma immer weniger ertragen. Wenn du zum Beispiel Dinge nicht geschafft hast, regte sich meine Oma darüber maßlos auf, wie schwer sie es doch hat mit dir, du hast meine Blicke richtig gedeutet, getraut etwas zu sagen hatte ich mich nicht.
Es kam ein Schlaganfall, eine Lungenentzündung und du lagst im Krankenhaus. Ich besuchte dich, ich war so oft es ging dort. Immer wenn du wieder eingeliefert wurdest fuhren mich meine Freunde sofort zum Krankenhaus, dass einzige worum du dich sorgtest war, dass wir nicht zuviel Zeit bei dir verbringen, da du wusstest das wir auch sonst viel Stress hatten. Es ist so bewundernswert wie du mit all dem Umgegangen bist.
Du kamst in ein Pflegeheim als die im Krankenhaus keine notwendigkeit mehr sahen dich dort zu behalten, dort waren wirklich schreckliche Gestalten. Es tat mir leid das du an so einem Ort warst, doch es sollte nur vorrübergehend sein.
Als du den Wunsch geäußert hast das du nach Hause willst sagte meine Oma nur: "wenn du Laufen kannst". Du lerntest Laufen, du hast sogar die ganze Etage umrundet, wir waren hinter dir mit einem Rollstuhl, falls es dir zuviel würde. Du wolltest nach Hause. Oma sagte: "wenn die Birgonien blühen". Natürlich hatte sie nie vor dich nach Hause zu lassen. Als meine Mutter mir das erzählte schämte ich mich für meine Oma, ich hatte regelrechte Wut und das Gefühl von Absoluter Hilflosigkeit. Meine Mutter redete mit ihr, bat ihr Hilfe an, sie wollte nicht. Es war dein letzter Wunsch. Eines Tages hast du Oma angerufen, du würdest jetzt nach Hause kommen, dass meine Oma hysterisch werden würde war dir klar, genauso wie das du nicht kommen würdest. Du machtest dir einen Spaß daraus, was haben meine Mutter und ich gelacht. Nach all der Zeit in der du Ihr jeden Wunsch von den Lippen abgelesen hast, nach all der Zeit in der dir kein Weg zu weit, kein Betrag zu groß und keine Zeit zu schade war, lässt sie dich im Regen stehen. Alles was ich machen konnte war das hilflos zu betrachten, und für dich da zu sein, dir zeigen das wir dich verstehen. Mein Onkel und meine Tante, die Schwester deiner Frau, waren für dich da, meine Mutter und ich ebenso. Wir hatten schöne Stunden im Pflegeheim, auch als du mir erzählt hast, dass es keine Wildschweinhaxe war sondern normale Schweinshaxe. Das ich immer nur gewonnen habe weil du mich gewinnen lassen hast, es war wie das letzte was du loswerden wolltest.
Dein letzter Wunsch war nochmal den Ort zu sehen an dem du dein ganzes Leben verbracht hast, im Garten zu sitzen und die Vögel zu sehen um dann schlussendlich die letzte Ruhe zu finden, so sagtest du.
Meine Oma erfüllte dir den Wunsch nicht, obwohl er so einfach zu erfüllen gewesen wäre. Sie verwährte dir deine Erfüllung und dein Seelenheil.
Als der Druck größer wurde kamst du nach Hause. Das ganze ging über mehrere Wochen, und hat dich viel Kraft gekostet, Kraft, die du nicht hattest. Du kamst nach Hause und erlittst einen Zuckerschock.
Nach 45 Stunden an dem Ort an dem du dein Leben lang warst, musstest du ins Krankenhaus. Du warst nicht mehr ansprechbar. Es brach mir das Herz dich so zu sehen. Ich rechnete damit das du sterben würdest, deine leeren Blicke trafen mich und es tat weh dich so zu sehen. Bei meiner Freundin habe ich geweint, ich habe seit geraumer Zeit nicht mehr geweint, in die Schule bin ich die nächsten zwei Tage nicht gegangen, ich kam zu dir. Das war vor einer Woche.
Jetzt bist du Tod.
Am 26.03.2008 fandest du deinen Frieden. Es war ein friedliches Einschlafen, so hoffe ich es für dich. Ich hoffe du hast deinen Frieden gefunden und wirst ab und zu mal an uns denken, wenn es ein Leben nach dem Tode geben sollte.
Ich wünsche dir einfach nur das du in Ruhe und Frieden sein kannst, dort wo du jetzt bist, wo auch immer es ist.
Ich habe von dir Erinnerungen, die Tage werde ich mir das Taschenmesser holen das ich von dir damals zum Pilze sammeln bekam. Dazu muss ich meine Oma sehen, doch das ist es wert.
Du wirst nächste Woche beerdigt, ich bin froh das du es nicht erleben musst wie meine Oma meiner Mutter und mir droht. Sie beledigt auf das übelste, sie nimmt Wörter und macht sie zu Messerstichen, mich treffen sie nicht, ich weiß wie du mich gesehen hast, dank der letzten Stunden die ich mit dir hatte. Oma sagte sie dreht mir den Geldhahn zu, du weißt das dies nie der Grund war warum ich dich besuchen kam. Ich wollte für dich da sein. Meine Mutter werden sie wohl immer treffen, auch wenn sie durch dich ein bischen glücklicher ist, sie hat dich sehr geliebt. Ich dich auch. Du warst ein großartiger Mensch, und ich wünsche mir so sehr das es für dich jetzt besser ist, gewisserweise glaube ich daran.
Ich werde diesen Text in dein Grab legen,
Rest in Peace.
Heute werde ich dein Grabe besuchen Opa, es ist ein schicker Baum, so wie du ihn wolltest. Die Nummer 22, ich wollte nicht das du die 23 kriegst. Die 22 ist die letzte Zahl vor der 23 die für die Zerstörung und den Neuanfang (sowie das Böse), also ist die 22 die letzte Zahl und steht für das Ende. Ein Ende von deinen Schmerzen hast du gefunden, wir sind hier und vermissen dich, ich würde sogerne wieder mit dir reden. Ich weiß du würdest diese ganze Aufmerksamkeit nicht wollen, du würdest wollen das wir glücklich sind und am besten nicht eine Träne um dich weinen, zu spät, aber ich weiß du würdest es verstehen.
hab dich lieb,
Violence.


5 Kommentare
Kommt mir bekannt vor
kommentiert am 26.03.09 von ashyda
hey. hattest mir ja schon zwei, drei texte von dir gezeigt... und der hier trifft einen auch mitten ins herz...
auch wenn es "schon" ein jahr her ist: mein beileid. irgendwann werdet ihr euch sicher wiedersehen
kommentiert am 26.03.09 von arschcookie Blog
auch wenns das 2. ma is, hab ich tränen in den augen...
kommentiert am 26.03.09 von MissChaos Blog
Einer, wenn nicht sogar DER beste Text von dir, mein Freund.
kommentiert am 26.03.09 von Sacrosanctus
behalte dir die schönen erinnerungen.. die kann dir keiner nehmen...
kommentiert am 26.03.09 von KLEINundGEMEIN Blog
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