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Horst

04.10.10 21:57

Devils used to be gods, angels that fell from the pot there is no diversity because we're burning in

Hallo Horst,

also du wirst mir nicht glauben was ich diese Woche alles erlebt habe. Abgesehen von Arbeiten, Arbeiten, Arbeiten und irgendwie auch Arbeiten habe ich wirklich nicht viel gemacht. Bis, ja bis ich auf Lyns Geburtstag war. Ganz Überraschend, ganz frisch, ganz gut gelaunt. Und nach ein Paar Bier mit ihrer Mom und einem komischem Whiskeyglas und Geschichten über Becher die immer wieder voll wurden, danach, ja danach ging es mir super. Endlich hatte ich wieder Kontakt zu Leuten die ich vermisst hatte, oder eben Leute die ich frisch kennengelernt hatte. Mit der Zeit, und das weißt du ja am besten, mit der Zeit ist das so eine Sache. Entweder man hat keine Zeit, oder kein Geld oder kein Geld und keine Zeit. Ich habe zur Zeit keine Zeit. Das Paradoxum an diesem Satz ist das er wahr und Falsch zugleich ist. Ich habe keine Zeit für die Dinge die ich mir vornehme, zum Beispiel diesen Blogeintrag zu verfassen und dir zu erzählen wie wundervoll dieser Abend war, oder Zeit um zu Sammy zu fahren. Zeit um mit Lyns Mom Billiard zu spielen, Zeit um meine Wohnung aufzuräumen. Nunja, trotz all diesen Widrigkeiten ist immer Zeit für eine Konstante in meinem Leben: Musik. Und was höre ich zur Zeit ? Zur Zeit höre ich viel Hip Hop, aber auch das typische Album für diese Jahreszeit: Nirvana Unplugged in New York. Ich liebe Lake of Fire, ich könnte mir mein Leben auch gar nicht mehr ohne das Album vorstellen. Wenn ich daran zurückdenke wie ich mit 13 Jahren Baumkuchen gefuttert habe, Tony Hawks Pro Skater gezockt und Lake of Fire gehört habe, dann freue ich mich jedes Mal, wenn ich dieses Lied höre. Diese Verbundenheit zu einer Sache oder zu einem Lied ist doch immer eine Erinnerung, ein konserviertes Gefühl das wir alle in uns tragen und durch solche kleinen Denkanstöße wieder Reanimieren können. Beispielsweise denke ich bei Circa Survive - The only difference between medicine and poison is the dose (Gott, jetzt habe ich es doch ausgeschrieben) immer an den Snowboardurlaub und vorallem an Lyn. Oder bei Faint von Linkin Park daran wie ich im Unterricht die Tische vollgekritzelt habe mit den Textpassagen. Das alles geschieht mit, durch und von Zeit. Zeit kann man leider nicht kaufen, das was sie ausfüllt meistens schon, und irgendwie kann man es auch schaffen das eine Stunde so langsam vergeht wie eine Unendlichkeit, aber das Gefühl hatte ich schon eine ganze Weile nicht mehr. Vielmehr ist Zeit zu einer Konstanten geworden, die sich darin äußert, dass ich Abends im Bett liege und denke: "Fuck, du wolltest noch XYZ machen". Wie dem auch sei, im Grunde möchte ich mich eigentlich nur für den tollen Abend bedanken bei allen beteiligten und ich hoffe wir finden irgendwann die Zeit miteinander Zeit zu verbringen, irgendwie, irgendwo, irgendwann. Übrigens ein schönes Lied über Zeit. Aus Prinzip sollte ich dich jetzt Fragen was du zur Zeit machst Horst, aber bei dir ist jede Stunde, jede Minute und jede Sekunde unendlich. Du bist Konstant, ein Einzelliges Lebewesen wie eine Koralle in 10.000m Tiefe, dich wird es noch eine ganze Zeit geben, vermutlich auch wenn meine Zeit gekommen ist.





hab dich lieb,


Violence.

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