logo
Weblog von Violence
[mein Blog] [anderes Blog]

Horst

22.11.10 01:07

Look at my horse, my horse is amazing....

Hallo Horst,

ich bin mir sicher du verkapptes Monstrum der Intelligenz weißt was die "Eichhörnchen-Theorie" ist, aber ich bin mir sicher ich sollte es ein für alle Male für andere Menschen festhalten. Wenn ich eines Tages in das kalte grüne Gras beiße und mir die Radieschen von unten ansehe, dann möchte ich das die Nachwelt diese Informationen erhält um damit endlich eine Lingualische Lücke ein- für alle Male zu versiegeln.
Jeder kennt es, man geht in eine Bar mit ein, zwei, drei Freunden und bestellt sich ein Bier. Nach lästigen Konversationen über Fußball und Erdnussflips kommt die Bedienung. Sie läuft auf dich zu, du siehst ihren Minirock und ihre wunderbaren Beine und wie sie sich subtil auf ihren Roten Lippen beißt. Versuchen wir nun die Situation zu analysieren. Versetze dich zurück in deine Lage und versuche deinem Gegenüber ernsthaft zu erklären was in diesem Moment noch passierte. In diesem Falle wird man sehr schnell an seine Grenzen stoßen, die Momente die in der gleichen Zeit passiert sind fliegen an dir vorbei und scheinen nicht existent zu sein. Es fühlt sich an als ob in diesem einem kleinen Moment die Welt stehen geblieben ist. Sie hatte sich aufgehört zu drehen und es gab nur diesen einen Moment. Dieses Gefühl ist wie ein Orgasmus für den Organismus und dieser eine Moment scheint unendlich und dennoch endlich zu sein.
Es ist wie ein Eichhörnchen aus einem Disney-Film, "Ab durch die Hecke !" in dem ein Eichhörnchen Hyperaktiv ist und in dem Moment in dem es Kaffee trinkt die Welt zum Stillstand kommt. Daher bin ich für die Wissenschaftliche Aktzeptanz der Eichhörnchen-Theorie und starte hiermit eine Petition für meine Kreation.





hab dich lieb,


Violence.

16.11.10 23:26

Kamehameha !

Hallo Horst,


also als überzeugter Facebookgegner ist es ja eigentlich meine Pflicht gegen diese verdammte Spionageseite zu wettern, aber das geht gerade nicht. Nachdem ich gestern ein nettes Gespräch mit dem Einrichtungshauschef hatte, heute auf einer Messe 15 Jährigen verklickert habe ihr Leben auf die Reihe zu kriegen kam ich nach Hause und schaute in Facebook.
Und was erwartete mich da ? Keine Mail auf die ich seit Ewigkeiten warte, dafür allerdings irgendeine becheuerte Aktion seine Profilbilder gegen den Comicheld seiner Jugend auszutauschen.
Ich habe wirklich überlegt ob ich nun Spirou und Fantasio, Gaston oder Son Goku nehme, aber ich würde sagen in der 3ten Klasse war es eher Son Goku. Also änderte ich mein Profilbild und dachte wirklich daran wie es war damals, wie ich Stunden und Stunden verbracht habe mit Baumkuchen essen, Apfelschorle trinken und Dragonball zu lesen. Wie ich jeden Samstag mit meinem Vater ein neues Buch gekauft habe und wie traurig ich war als der 42te Band erschien, oder gar als die Serie im TV anlief und Son Goku so eine dämliche Stimme hatte, ganz zu Schweigen von Bulma natürlich. Jedenfalls sitze ich gerade hier auf dem Boden der Firmenwohnung, mein Laptop auf einen Couchtisch gelegt und der Rücken tut weh, aber im Geiste denke ich an die ganze schöne Kindheit die ich hatte. Wenn ich daran denke wie wunderbar es war mit dem Fahrrad durch die Gegend zu fahren und sich Imaginäre Monster und Geschichten auszudenken, diese zu erleben/erlegen und zu vollenden war immer das größte. Wenn ich dann mit meinem Dad Pappe gesammelt habe um sie auf dem Main treiben zu lassen und sie mit Steinen abzuwerfen, dann war das immer toll. Oder die ganzen Stunden in denen mein Vater mir krampfhaft versuchte irgendwelche Mathematikgleichungen beizubringen. Es waren wunderbare Zeiten, auch die Urlaube in Amerika, auch die ganzen Zeiten in denen wir einfach nur geredet haben. Und so weiß ich nun dank diesen verfluchten Social-Networks wie unfassbar ich mich freue die Dragonballbücher wieder zu entstauben, durchzulesen und endlich mal wieder mit meinem Dad Age of Empires II - The age of Kings auszugraben um ihn irgendwann vielleicht mal vernichtend zu schlagen - im Billiard ist mir das immerhin schon gelungen.



Die Lieblingsband von meinem Vater zieht immer...

hab dich lieb,



Violence.

31.10.10 22:03

Where do bad folks go when they die, don't go to a place where the angels fly...

Hallo Horst,

wir haben jetzt 22Uhr, wenn dieser Eintrag fertig ist wird es vermutlich später sein. Allerdings bin ich Morgen, um genau diese Zeit endlich zuhause. Ich werde endlich in der Wohnung rauchen können und ich werde endlich wieder einen 24 Zoll Monitor haben, eine bequeme Couch, eine Matratze, eine schöne Wohnung und Freunde um mich herum. Ich freue mich wie ein Schneekönig.
Es fehlt nur noch eine einzige Sache, die Frau mit der ich das alles teile. Aber dafür ist gesorgt Horst, mache dir keine Sorgen. Im Prinzip ist es sowieso absolut unmöglich jemals das zu finden was ich will, da wird es einfacher sein eine Schildkröte mit Heidi Klum zu kreuzen um einen Maximalen "Cuteness"-Faktor zu erhalten und diesen dann zu heiraten. Deswegen werde ich weiterhin wunderschönen Frauen beim Gitarrespielen und Comiczeichnen zuschauen, irgendwann wird man mich hoffentlich bemerken.



hab dich lieb,


Violence.

28.10.10 22:45

So get on your feet wipe the dirt off and get with it...

Hallo Horst,

weißt du in letzter Zeit dachte ich du solltest wieder ein aktiver Teil meines beschaulichen Lebens werden damit wir die Waffen wiede rausgraben und gegen das Übel der Welt kämpfen. Im Prinzip gibt es viele Stellen an denen man Anfangen könnte die Faust in die Luft zu erheben und Leuten in das Gesicht zu spucken. Aber da man erstmal vor seiner eigenen Haustür kehren soll tue ich das einfach mal.
In den letzten Monaten ist einfach unglaublich viel bei mir passiert und ich habe ernsthaft große Veränderungen im Privaten wie auch Beruflichen Leben hinter mir und diese Veränderungen werden Tag für Tag mehr. Es gibt - wie bei allen Dingen im Leben - Positive und Negative Seiten an dieser Situation. Die Negativen wären unter anderem das ich unfassbar selten zu Hause bin und eben nicht mehr einfach innerhalb von 20 Minuten Beispielsweise bei meiner Mutter sein kann, wenn diese mich braucht. Das ich nicht mehr am Grab meines Opas stehen kann und höre wie der Wind sich in den Bäumen bricht.
Von dem ganzen Emotionskram mal abgesehen gibt es auch die Alltäglichen Dinge die mich nerven, zum Beispiel das ich zum rauchen auf den Balkon muss. Das mein Fach im Kühlschrank viel zu klein ist und das es in Erfurt wohl keine schlechtere Lösung für das Lösen eines Fahrscheins geben konnte als die jetzige. Es wird dringend Zeit das ich mir ein Auto kaufe.
Der Rest hat sich vor ein Paar Tagen/Wochen nach und nach in Luft aufgelöst. Probleme verschwanden dadurch das sie einfach mit den Personen die sie verursachten aus meinem Leben verschwanden. Wenn ich darüber nachdenke, dann frage ich mich jedesmal ob ich 100%ig richtig gehandelt habe. Das wichtigste an dieser Frage jedoch ist weniger die exakte Antwort als die Gewissheit, dass ich mir danach wieder in den Spiegel schauen kann. Jeden Morgen sehe ich mich und ich möchte nicht sagen das ich an irgendeiner Stelle auf etwas verzichtet habe das ich wirklich wollte, oder das ich nicht Konsequent genug war. All diese Dinge sind die kleinen aber feinen Unterschiede die letzten Endes genau das ausmachen was mich definiert.
Das Gute an Erfurt und den Veränderungen ist das ich weiß wer meine wahren Freunde sind. Das ich merke das diese Welt tatsächlich noch viel verkommener ist als ich es jemals erwartet hätte und das es einen Sinn macht jeden Morgen aufzustehen und sein bestes zu geben. Wenn ich auf der Arbeit bin dann arbeite ich in einem Team und dieses Team funktioniert verdammt gut, es macht wirklich Spaß alles zu lernen und die Aussicht zu haben in 2 Jahren selbst die Zügel in die Hand zu nehmen und sich die Dinge die man an anderen gut / schlecht fand einzuprägen um sie zu verwenden oder eben um sie zu verbessen.
Außerdem ist es grandios das ich meine Liebe zum Schreiben wieder entdeckt habe, es war als ob ich absolut keine Lust mehr hatte Dinge zu schreiben weil sie letztenendes sowieso belanglos waren.
Das witzige ist, ich glaube immernoch nicht das irgendjemand den Sinn dieser ganzen Geschichte, oder die Hintergründe meiner Gedanken nachvollziehen kann, aber scheinbar wir das Ewig so bleiben.
Schön wäre es nur, wenn ich die Möglichkeit besitzen würde diese Dinge wieder mit einer Person zu teilen die ich liebe, aber zur Zeit habe ich erstmal wirklich die Schnauze voll von Frauen.
In diesem Sinne,




hab dich lieb,


Violence.

27.10.10 01:35

Turn the television off cusin, it's a tool for them to cloud the mind.

Hallo Horst,

Ich schreibe dir von dem vermutlich ungewöhnlichstem Ort von dem ich dir jemals geschrieben habe, in dem ungewöhnlichstem Outfit das man nur anhaben kann. Ich sitze auf dem Balkon meiner Wohnung in Erfurt, schaue auf verrottende Häuserfassaden, Fenster in denen noch Licht brennt, eine sagenhaft Sternenlose Nacht und auf das Glas Whiskey das mich durch diese wunderschöne Nacht begleitet. Aus der Tasche meiner grauen Jogginghose hinaus geht ein Kabel hindruch meinen Lila Zoo-York-Hoodie hoch zu meiner Snowboardjacke und am Ende erreichen die Klänge von Johnny Cash meinen Gehörapperat um diesen sanft zu umschmeicheln. Während ich mir die Haare aus dem Gesicht streife und geblendet von dem Licht des Laptops tappsig nach dem Glas mit dem guten Whiskey taste denke ich nach. Ich denke soviel nach wie schon sehr lange nicht mehr. Gedanken fließen durch meine Adern, durch mein Blut, werden durch meine Atterien die zersetzt sind mit den Ablagerungen des Rauchens gepumpt und regen mich dazu an diesen Vorgang niederzuschreiben.
Die Regenrinne die ca. 10 Meter vor mir verläuft ist aus verchromten Edelstahl, vermutlich etwas für die betuchten Hausmeister unter uns. Das Haus das mir Gegenübersteht hat 47 Fenster die ich sehe und durch die ich logischerweise gesehen werde. Wieviele Menschen wohl in diesem Augenblick darüber nachdenken was dieser kaputte Mensch mit dem Whiskey, dem Laptop und dieser gottverdammten Jogginghose Nachts um halb Zwei auf dem Balkon macht ?
Um ehrlich zu sein weiß ch selbst nicht wirklich was ich mache, aber im Prinzip scheint es das richtige zu sein. Wenn ich also anfangen würde das ganze aus Psychologischer Sicht zu beurteilen würde ich dir erzählen das bei mir eine Blockade gefallen ist. Eine Zeit der Taubheit und der Trauer ist vorbei. Die Trauer um einen Zustand, eine Ideologie die in der reinen Natur nicht zu existieren scheint. Die simple Forderung einmal im Leben das zu kriegen was ich auf Privater Basis gerne hätte, Verständnis. Das Harte Los, wenn man so lebt wie ich ist das man zwangsläufig Missverständnis und Bemittleidende Blicke erntet. Scheinbar ist es uncool geworden sich nicht mit jedem X-Beliebigem Menschen auf eine Freundschaft einzulassen, oder eine Beziehung, oder Sex. Scheinbar hat die Selektion des Sozialen Umfeldes in Zeiten des Web 2.0 derartig abgenommen das man sich nur noch auf irgendwelchen Pseudo-Communitys anmelden muss um derartig verstrahlte Menschen zu finden mit denen man dann endlich Zeit hat all die sinnlose und überproduzierte, Realitätsfremde Scheiße zu konsumieren die uns das Leben bietet. Fernsehen, BILD-Zeitung, RTL II, Chartmusik, Schönheitsideale, Statussymbole und Pseudo-Gehypte Charaktereigenschaften die sich jede Pflaume nun auf die Stirn schreibt. Die wahrhaftige Ehrlichkeit gab es in der Menschheitsgeschichte zwar noch nicht, aber eine Gesellschaft wie wir sie derzeit haben ist so ziemlich das Unehrlichste was ich mir vorstellen kann. Im Grunde genommen geht es nur darum das jeder seine eigene Haut rettet und so schnell wie Möglich aus allen dubiosen Affären entgleitet wie ein glitschiger Aal. Zu seinen Fehlern zu stehen scheint neben dem Drang alle Produkte die als nicht - Bio deklariert wurden zu boykottieren die neue Mode zu sein. Die Menschheit lebt nur noch von Scanneretiketten und Labels die sie jeden Tag auf das neue serviert bekommen. Wenn ich Morgens zur Arbeit fahre sehe ich die ganzen Werbeplakate die mein Gehirn mit Reizen überfluten, da wäre diese behinderten VOX-Werbeplakaten, die H&M Frau in einem komischen Ganzkörperkondom und die Werbung für die Stadt Erfurt an sich. Scheinbar ist man in Erfurt dem besonderen Privileg unterstellt seinen Pizzalieferservice im Telefonbuch der Gelben Seiten zu finden, wirklich wichtige Informationen also die andere Teile unseres Wissens vernichten. Zum Beispiel vergessen wir oftmals wie wichtig uns eigentlich die ganz normalen Dinge sind die uns begleiten, also im Besten Falle Menschen mit denen wir über alles reden, Menschen von denen wir wissen das sie da sind, wenn wir sie brauchen. Oder Menschen von denen wir ausgehen das sie genau das für uns sind. Wenn man den ganzen Tag darüber nachdenkt was der sinn von "Ben, Po, Polly" (VOX-Werbeplakat für "Und dann kam Polly") ist, dann bleibt wenig Zeit für diese Gedanken. Noch weniger Zeit bleibt, wenn man den ganzen Tag arbeitet. Man nimmt sich Morgens vor Hinz und Kunz anzurufen und am nächsten Tag hat man direkt nach dem Aufstehen dasselbe Ziel, 2 Wochen später hat man die wichtigen Mails oder die wichtigen Anrufe immernoch nicht getätigt. Das Leben sollte mehr zu bieten haben als einen 8 1/2 Stunden Arbeitstag, 8 Stunden schlaf und 7 1/2 Stunden die irgendwo im Sand verdümpeln. Das Leben ist dazu da das beste daraus zu machen und selbst in schweren Zeiten den Glauben nicht zu verlieren, vorallem den Glauben an sich selbst. Meinen Glauben hatte ich vor ein Paar Wochen das erste Mal in 21 Jahren fast verloren, aber mich nie aufgegeben, weiterhin mein Leben gelebt und alle notwendigen Funktionen mit sterilen Schläuchen am Leben gehalten. Die Beantmungsmaschine die meinen Geist und meine Seele beatmete rettete die Welt, die mir soviel bedeutet. Der größte Teil von ihr ist dennoch zerstört, es ist so als würde sie quasi aus einem langjährigem Wachkoma erwacht sein. Und dennoch, dennoch habe ich einen Lichtblick erhalten. Unabhängig von der Medialen Verseuchung, von dem Leben das wir Leben sollen, von dem Leben das uns vorgelebt wird, unabhängig davon habe ich neue Hoffnung geschöpft und bin - wie immer - einen völlig unkonventionellen Weg gegangen. Ich habe die Reste die noch blieben genommen, sie mit Benzin übergossen und die Erde verbrannt, nur so, und nur so, kann jemals wieder ein Biotop entstehen das die Emotionale Welt verwirklicht und die Reale Welt ein Stückchen persönlicher und wärmer macht.





hab dich lieb,


Violence.