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Aahz's SlamStuff

13.02.08 15:12

Agonie

Die Flamme, sie ging dahin,
verzweifeltes Nichts, bleibt
geschmiedet in Ketten,
erschaffen aus rasender Lust
und liebender Pein.

Verlassene Augen, scannen
in klagender Lethargie,
verfallende Träume,
gemeinsamer Wünsche
zerronnenes Glück.

Fingerspitzen, zitternde
Verlassenheit, suchen
der glühenden Haut
sanfte Vertrautheit,
erloschene Ekstase.

Mein Mund, sehnsüchtiges
Verlangen, der innigen
Verbundenheit, heißgeliebtem
Wohlgeschmackes,
brennende Erinnerung.

Schmerzvolle Schreie,
entfliehen, furiengetrieben,
einsamer Seele,
gequältes Labyrinth
nagender Verzweiflung.


du bist fort!

15.08.07 11:30

Oktober naht

Geschafft!
Endlich Geschafft!
Wieder ist ein Tag vorbeigegangen.
Einer jener grauen verwaschenen Tage, die wie trübe Nebelschwaden muffig an einem vorüberziehen.
Ein Tag wie schon tausender anderer Tage zuvor.
Ein Tag der sich wie ein ungebetener Gast durch die Tür schleicht ohne sich vorher anzukündigen.
Grau war es bevor er kam und dieses immergleiche, deprimierende Betongrau blieb bestehen bis er
wieder ging.
Selbst im Abschied änderte sich nichts an seiner Erscheinung.
Zäh und träge floss er davon.
Ohne noch einmal zurück zu schauen.
Ohne ein Gefühl des Verlustes zu hinterlassen.
Das schreckliche an diesen unzähligen grauen Tagen war die Leichtigkeit!
Die Leichtigkeit mit der sie ihr Grau präsentierten.
Es ist ein morbides Grau.
Ein Grau wie man es auf einem verwitterten alten Grabstein, auf einem zur Ruine verkommenen
Friedhof zu finden pflegt.
Das Grau der Vergänglichkeit.
Manchmal hoffe ich jedoch das solch ein Tag einmal ein eigenes Leben hervorbringt.
Vielleicht würde es eine Blume sein.
Eine Blume mit einem Stiel so grau wie die Esse einer Stahlschmiede.
Mit Blättern so grau wie Asphalt.
Einer mondgrauen Blüte und mit Dornen, die genau so grau und hart sind wie die Haken die sie in
Schlachthöfen verwenden um Schweinehälften zum Ausbluten aufzuhängen.
Würde ich vielleicht eines Tages selbst zu solch einer Blume werden?
Dann könnte ich den Tagen mit derselben Verachtung entgegen treten die sie offenkundig uns
Menschen entgegenbringen.
An diesem Tag werde ich entgültig innerlich zu Eis erstarren.
Dann bin ich endlich in der Lage, der harten, rauhen Schale einen entsprechenden kalten, harten
Kern entgegenzusetzen.
Die Frage ist doch ganz einfach: wie muss ein lebendes, denkendes und ab und zu auch fühlendes
Wesen geistig beschaffen sein, um in einer Welt wie dieser zu überleben, ohne sich der Gefahr
einer Geisteskrankheit auszusetzen?
Negative Einflüsse die in meinem Kopf umherschwirren wie kleine, stahlköpfige Mücken machen das Leben um ein vielfaches interessanter.
Manchmal wünsche ich mir direkt das irgendetwas negatives geschieht.
Etwas das mich aus meiner zähen, muffigen Lethargie heraus reißt und mich mit einem donnerndem Aufprall in die eilende, kristallene Realität zurück schmettert.
Wie traurig wäre das Leben ohne diese kleinen, täglichen Katastrophen die andauernd um einen herum passieren.
Mal ehrlich, wenn immer nur positive Dinge stattfinden würden wäre man irgendwann vermutlich nur noch am Kotzen vor lauter Langeweile.
Man wüsste doch auch gar nicht mehr die positiven Dinge zu schätzen.
Das Leben würde zu einer Aneinanderreihung jauchzender, jubilierender Momente werden die einen so sehr mit Glückseligkeit vollschleimen das man vermutlich von sich aus zu einer 45er greifen müsste um ein wenig Abwechslung in das Leben zu bringen.
Vielleicht zwei freundliche Kugeln für Mamis Schädel.
Dann hätte man noch zwei Kugeln die sich mit unaufhaltsamem Humor ihren nervenzerfetzenden Weg durch Papis Kiefer bahnen.
Wenn bloß Opi und Omi noch leben würden!
Aber man hat ja schließlich noch ein paar nette Nachbarn die mit Sicherheit gerne dazu bereit sind in solchen Notfällen ihren Kopf einzusetzen.
Es geht schließlich nichts über ein gutes, zufriedenes Miteinander.
Aktion „Nachbar hilft Nachbar“ sozusagen.
Ja, ja. Manchmal hält das Leben doch ein paar schöne Momente für einen bereit.
Es ist eben nicht immer nur alles in Aquarellfarben gemalt oder in Bonbontönen gestrichen.
Hier und da gibt es auch noch ein paar zusätzliche fröhliche, rote Farbspritzer.
Ich atmete tief durch, als ich mit derart motivierenden Gedanken das Haus verließ um einen kleinen Rundgang durch die verrotteten Straßen meiner Stadt zu machen.
Ich liebe diese Rundgänge, weil sie den blick freimachen für die wesentlichen Dinge die man ansonsten leider oft genug übersieht. Manchmal allerdings ist es als ob Visionen einer grauen Zukunft auf leisen, airgedämpften Nikesohlen ihren endlosen Marathon durch mein mitleiderregend unschuldiges Gehirn sprinten.
Stummem, fleischgewordenem Entsetzen gleich folge ich ihnen durch die verschimmelten Straßen meiner unsäglichen Stadt.
Es riecht nach verbrannten verkohlenden Träumen.
Überall, an jeder Ecke, hinter jedem Schaufenster, hinter jeder Werbewand, hinter den aus tiefster Angst hastig zugezogenen Vorhängen kleiner, demütig geduckter Bürgerhäuser, züngeln gierige schmatzende Flammen an den Wünschen und Sehnsüchten in der Masse vereinsamter Menschen.
Ein fast unhörbarer, beinahe knochensprengender Schrei wabert durch die rauchige Stille.
Er hinterlässt eine dumpfe, düstere Ahnung von Schönheit, Reinheit, Harmonie und Menschlichkeit.
All das wird hinweggehämmert von dem pausenlosen Stampfen, Rollen und Fauchen unserer heiligen Krematorien des Geistes.
Die Pyramiden unserer Zeit.
Gehuldigte Stätten wirtschaftlicher Produktivität denen wir längst unser geknechtetes von schweren Ketten geknebeltes Denken untergeordnet haben.
Wir schlafen im Rhythmus der unablässig produzierenden Maschinen.
Wir atmen ihre Ausdünstungen und essen ihre Abfälle.
Wir produzieren Nahrung, Kleidung, Autos und Güter für Menschen die wir produzieren um die Produktion in Gang halten zu können.
Wir produzieren und produzieren und produzieren um unsere eigene Art zu erhalten und töten sie damit.
Das ist der Sieg der Materie über den Geist.
Das ist unser Los, seid wir uns mit dem Beginn der Industriellen Revolution dem Geist der Maschine ergeben haben.
Überhaupt ein äußerst interessanter Begriff: INDUSTRIELLE REVOLUTION.
Fast wie ein Orgasmus für eine Maschine.
Eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.
Kaum hat es mit den Maschinen angefangen, schon revoltieren sie, diese undankbaren Geschöpfe unseres völlig unzulänglichen Geistes.
Normalerweise sind es doch Menschen die Revolutionen machen.
Vorzugsweise im Oktober, oder wenn gerade mal wieder der Stern eines Regimes ohnehin schon schwer zu polieren ist und kaum noch davon abzuhalten ist von sich aus zu erlöschen.
Dann kommt die flinke, veränderungsfreudige Masse daher und verkündet den Umsturz und den damit verbunden Beginn einer neuen, glorreichen Ära.

14.08.07 12:23

Blianz

Allein gelassen.
Verlassen von der Welt.
Gefangen im Irgendwo.
Ohne Fluchtpunkt.
Aussichtsloses Umherirren im Nebel der Vergessenheit.
Die nackte brutale Realität zieht dich in ihren Bann.
Wie ein Leichentuch das achtlos in die Ecke geworfen wird.
Die grausame Zeitlosigkeit des immer wieder gesehenen zieht dich in ihren Bann.
Niemand ist da um dich aus dem Sumpf deines Schicksals zu befreien.
Die einzige Macht die dir bleibt bist du selber.
Es bleibt dir kein anderer Ausweg als der durch dein eigenes Gehirn.
Die Zeit deines Lebens.
Vergeben, vergessen, vertan.
Kein Aufschub.
Nackte Existenz.
Ausgelöschtes Dasein.
Vertane Chancen ziehen an dir vorüber wie ein nie gesehener Film.
Du hast die Regie aus den Händen gegeben, bevor du den Vertrag gelesen hast.
Das Drehbuch entgleitet deinen Fingern.
Es rinnt davon.
Du bist nur ein Teil dessen was andere in dunkler Nacht erdacht haben.Fleisch von ihrem Fleisch.
Dein Leben geopfert auf dem Altar der Konformität.
Du bist nur allein.
Niemand sonst.
Verdammte Hilflosigkeit auf den Stufen zu einem Versuch.
Das Grauen nagt an deiner Seele, wie Ratten an den Füßen eines Gehängten.
Deine Seele baumelt zerfleischt an einem Haken und Schmeißfliegen mästen sich an ihr.
Voller Faszination gibst du ihnen mehr und mehr.
Du berauschst dich an dem Schmerz der Vereinnahmung.
Süße Ekstase durchflutet deinen Körper.
Du spürst das Jauchzen der Fasern des Universums in dir brennen.
Dein Körper kocht vor Gier nach allem was Leben heißt.
Du verlangst nach der pulsierenden Kraft des Seins.
Du spürst was es heißt Vergangenheit zu sein.
Ein Haufen Dreck im Mülleimer des Nichts.
Ausgespucktes, verlorenes Wissen.
Bedeutungslos.
Verachtet.
Alles nur ein Versuch ein Leben zu leben.
Keine Konsequenz.
Kein Erfolg.
Kein Dasein.
Tod.

13.08.07 15:39

Die Stadt

Rülpsende und furzende Leiber um mich herum. Die Krake Sodom ausgebreitet vor meinen Augen.
Eine Orgie von wahrhaft satanischen Ausmaßen. Ohne Einhalt.
Niemand der sich dem entzieht.
Niemand der es kann.
Keine Kraft!
Nur träge, ziellose Zügellosigkeit. Die verbrennende Macht des allgemeinen Rausches.
Gottverdammte Leere und doch Erfüllung.
Der übelriechende, haltlose Schweissausbruch der Welt.
Dazu verdammt die Träume anderer zu leben.
Keiner der nicht auf der Flucht vor seinem eigenen Traum ist.
Er sitzt dir im Nacken. Ein fieser, grinsender, kleiner Kobold.
Die Zähne an deinem Puls.
Jemand sagte mir einmal ich solle mich fernhalten von dieser irren, brodelnden Masse.
“Gehe nicht in die Stadt, dort reißen dir kleine dreizehnjährige Huren mit ihren Klauen die Augen raus, um dann mit ihnen Murmeln zu spielen.
Sie atmen die Nacht durch die Gedärme von Schakalen.
Danach werfen sie dich ihnen zum Fraß vor.
Ich habe gelacht.
Es ist viel schlimmer.
Der Irrsinn tobt an jeder Ecke.
Väter machen ihre Töchter zu N***en.
Söhne müssen ihre Mütter ****** und gemeinsam feiern sie perverse Weihnachtsfeste.
Der Tod kommt wegen einer Zigarette.
Menschen hassen und verachten sich. Sie feiern die Feste des Vergessens.
Wir taumeln durch das Leben um das Leben zu vergessen.
Ein unsichtbarer Abgrund.
Wir sehen hinunter und lachen.
Um nicht vor Angst zu sterben.
Im Rausch der Höhe vergessen wir die Suche nach Liebe.
Liebe.
Ein Wort Aus alten Zeiten.
Unsere Eltern sprachen von Liebe.
Liebe zum Leben.
Liebe zur Frau.
Liebe zu den Kindern.
Liebe zur Natur.
Liebe zum Beruf.
Liebe zu sich selbst.
Liebe zu sich selbst!?
Das Einzige was Menschen jemals zu einer Handlung getrieben hat.
Liebe zu sich selbst!
Wir hassen uns selber und sind auch nicht besser.
Wollen auch nicht besser sein.
Nur wir selber.
Wir machen den Wahnsinn zur Methode und feiern uns in den Untergang.
Die Schönheit der Apokalypse vor Augen treiben wir durch die endlose Nacht.
“Gehe nicht in die Stadt...”.
Wohin sollte ich sonst gehen, um das Leben kennenzulernen.
Es gibt keinen besseren Lehrmeister als dieses Treibhaus der Sünden und Abartigkeiten.
Die Spielwiese der geistig abgetretenen.
Der Auswurf der Gesellschaft trifft sich zu einem gigantischen, völlig außer Kontrolle geratenen Abgesang auf alles was sich Menschen einmal zum Ziel gesetzt haben.